Wissenschaft

Auszug einer Studie zum Thema Eisenmangel:


Therapie des Eisenmangels mit oder ohne Anämie mit intravenöser Eisencarboxymaltose
in der gynäkologischen Praxis – eine nicht interventionelle Studie


Herfs et al., Geburtsh Frauenheilk 2014; 74: 81–88


In dieser multizentrischen, prospektiven, nicht interventionellen Studie wurden Wirksamkeit und Verträglichkeit von Eisencarboxymaltose (ferinject®; FCM) beim Einsatz in der gynäkologischen Praxisroutine geprüft. 

Insgesamt konnten Daten von 273 Patientinnen ausgewertet werden. Davon wiesen 193 Patientinnen eine Eisenmangelanämie (IDA), und 68 einen Eisenmangel ohne Anämie (ID) auf. Grund der ID/IDA waren Hypermenorrhö (HyM) (n = 170), Zustand post partum (PP) (n =53) oder eine andere Indikation (n = 53).Die Patientinnen waren im Durchschnitt 40 Jahre alt, 8% ernährten sich vegetarisch. Die Hälfte war antianämisch vorbehandelt, überwiegend mit oralen Eisenpräparaten (94%). 


Die begleitenden schwer ausgeprägten Hauptsymptome der Anämie waren Fatigue (72%), Konzentrationsschwäche(42%), blasse Schleimhäute (42%), Kopfschmerz (26%) und Schlafstörungen (21%). 


Nur eine Patientin war am Studienstart frei von schweren Symptomen. Indikationen zur parenteralen Therapie waren am häufigsten die Notwendigkeit rascher Eisensubstitution zur Symptomminderung (> 70%), gefolgt von mangelnder Wirksamkeit oder Unverträglichkeit der oralen Präparate (je 42%) sowie mangelnde Therapietreue bei oralen Präparaten (12%). 

Patientendaten wurden erhoben jeweils am Beginn und am Ende der Beobachtungszeit nach durchschnittlich 15 Wochen. FCM wurde am häufigsten mittels Infusion (92%; mediane Infusionsdauer 21 min) verabreicht. Bolusinjektionen erhielten 7% der Patientinnen. Die durchschnittliche totale Eisendosis pro Patient betrug 788,7 mg (Median 550 mg; Bereich: 50–3000 mg), die mediane Einzeldosis war 500 mg(Bereich: 50–1000 mg).


Die Gesamtdosis wurde in Median mittels einer einzigen Applikation (Bereich: 1–10) verabreicht. verabreicht. Symptomatik, Blutwerte(Hb), Eisenspeicher (Serum-Ferritin [S-Ferritin]) und Transporteisen (Transferrinsättigung [TSAT]) normalisierten sich weitgehend. 


In allen Subgruppen besserte sich die Gesamtheit der Symptome bei 92%  der Frauen drastisch


Der durchschnittliche Hb-Wert der Gesamtgruppe stieg statistisch signifikant von 10,5 auf 13,0 g/dL. In der Gruppe mit Anämie stieg der Wert von 9,9 auf 13,3 g/dL, 80% der Frauen erreichten normale Hb-Werte. Der Durchschnittswert des S-Ferritin stieg um >70 μg/L, ebenfalls statistisch signifikant, von 17,2 auf 88,8 μg/L und jener der TSAT von 16,3% auf 22,8%. Sieben Patientinnen berichteten über Nebenwirkungen.Keines der Ereignisse war schwerwiegend. 


Insgesamt konnte im Rahmen dieser nicht interventionellen Studie für den gynäkologischen Praxisalltag eine rasche Symptomverbesserung, gekoppelt mit der Korrektur des Eisenmangels und der Anämie, bei geringem Auftreten von lediglich milden unerwünschten Ereignissen gezeigt und damit die aus kontrollierten klinischen Studien gewonnenen Daten zu Wirksamkeit und Verträglichkeit von intravenöser Eisencarboxymaltose bestätigt werden.

Eisenzentrum Salzburg

Dr.med.univ.Darius Chovghi